Warum sich PV auf dem Hof besonders lohnen kann
Viele Betriebe verbrauchen Strom genau dann, wenn die Sonne scheint: Milchkühlung und Melktechnik, Lüftung in Schweine- und Geflügelställen, Getreide- und Heutrocknung, Kühlräume für Obst und Gemüse. Jede selbst genutzte Kilowattstunde ersetzt teuren Netzstrom – das ist meist der größte Hebel für die Wirtschaftlichkeit.
Hinzu kommen große, unverschattete Dachflächen. Auf einer Maschinenhalle oder einem Boxenlaufstall finden schnell 50 bis mehrere hundert kWp Platz. Was der Betrieb nicht selbst verbraucht, wird eingespeist; ab 100 kW installierter Leistung ist dafür die Direktvermarktung über einen Direktvermarkter vorgeschrieben.
Altes Hallendach? Erst prüfen, dann montieren
Ältere Stall- und Hallendächer sind häufig die eigentliche Herausforderung. Zwei Punkte klären wir vor jeder Planung:
- Tragfähigkeit: Ältere Holz- oder Stahlkonstruktionen haben oft wenig Lastreserve. Bei Zweifeln empfehlen wir die Prüfung durch einen Tragwerksplaner, bevor zusätzliche Last aufs Dach kommt.
- Asbest: Wellplatten aus Asbestzement, die vor 1993 verbaut wurden, dürfen nicht angebohrt oder als Montageuntergrund genutzt werden. Sie müssen von einem dafür zugelassenen Fachbetrieb nach TRGS 519 entfernt werden; danach montieren wir auf der neuen Eindeckung.
- Eindeckung und Holz: Morsche Pfetten oder Sparren und undichte Bleche tauschen wir vor der Modulmontage aus, damit das Dach die nächsten 25 Jahre hält.
Dach, Freifläche oder Agri-PV?
Dachanlagen sind meist die einfachste Lösung: keine zusätzliche Fläche, in der Regel keine Baugenehmigung und eine höhere EEG-Vergütung als auf der Freifläche. Für neu errichtete Nichtwohngebäude im Außenbereich gelten bei der EEG-Vergütung allerdings Sonderregeln – das klären wir vor der Auslegung.
Freiflächenanlagen brauchen in der Regel eine Baugenehmigung und häufig einen Bebauungsplan der Gemeinde. Für Agri-PV, bei der die Fläche landwirtschaftlich weiter bewirtschaftet wird, hat der Gesetzgeber 2023 unter bestimmten Voraussetzungen Erleichterungen im Baurecht geschaffen. Anlagen ab 1 MW auf der Freifläche müssen sich an den Ausschreibungen der Bundesnetzagentur beteiligen.
Montage im laufenden Betrieb
Wir stimmen Zufahrten, Kranstellplätze und Arbeitszeiten mit Ihnen ab, damit Fütterung, Melkzeiten und Ernte weiterlaufen. Jeder Arbeitsschritt wird mit Fotos dokumentiert, sodass Sie den Fortschritt auch dann nachvollziehen können, wenn Sie gerade auf dem Feld sind.