So rechnet der Solarrechner
Aus Ihrer Postleitzahl ermittelt der Rechner den Standort und fragt beim Photovoltaic Geographical Information System (PVGIS) der EU-Kommission ab, wie viel Strom ein Kilowatt-Peak bei Ihrer Dachneigung und Ausrichtung im Jahr erzeugt. In Deutschland sind das bei Südausrichtung meist 950 bis 1.150 kWh je kWp – in Hamburg rund 990, in München rund 1.140.
Die Anlagengröße richtet sich nach Ihrem Verbrauch und der belegbaren Dachfläche. Wie viel Solarstrom Sie selbst nutzen, schätzt ein Modell, das an die Simulationsergebnisse des Unabhängigkeitsrechners der HTW Berlin angepasst ist. Daraus ergeben sich Ersparnis, Einspeiseerlös, Amortisation und die Bilanz über 25 Jahre.
- Strompreis Haushalt 37,0 ct/kWh (BDEW, August 2026), Gewerbe 23,7 ct/kWh netto (Destatis, 1. Halbjahr 2026)
- Strompreissteigerung 2 % pro Jahr, Modulalterung 0,4 % pro Jahr, laufende Kosten 1 % der Investition pro Jahr
- EEG-Einspeisevergütung nach Anlagengröße für 20 Jahre, danach vorsichtig 3 ct/kWh
- Vermiedene Treibhausgase: 685 g CO₂-Äquivalent je kWh Solarstrom (Umweltbundesamt)
Was kostet eine PV-Anlage 2026?
Eine schlüsselfertige Aufdachanlage mit 10 kWp kostet 2026 meist 12.000 bis 16.000 € ohne Speicher. Je kWp sind kleine Anlagen deutlich teurer: Die Verbraucherzentrale NRW hat 71 echte Angebote aus 2025 und 2026 ausgewertet – im Mittel 2.090 €/kWp bei 4–6 kWp, 1.410 €/kWp bei 9–10 kWp und 1.010 €/kWp über 16 kWp.
Ein Batteriespeicher kostet installiert rund 360 bis 510 € je kWh, ein 10-kWh-Speicher also etwa 4.000 €. Für PV-Anlagen und Speicher auf Wohngebäuden fällt seit 2023 keine Mehrwertsteuer an (§ 12 Abs. 3 UStG). Aufpreise entstehen vor allem durch Flachdach-Aufständerung, steile Dächer, eine nötige Dachsanierung oder einen neuen Zählerschrank.
Lohnt sich ein Batteriespeicher?
Ohne Speicher nutzt ein Haushalt typischerweise 20 bis 40 % seines Solarstroms selbst; ein Speicher verdoppelt diesen Anteil meist (Fraunhofer ISE). Jede gespeicherte Kilowattstunde spart die Differenz zwischen Strompreis und Einspeisevergütung, derzeit rund 29 ct.
Als Faustregel gelten 1 bis 1,5 kWh Speicher je 1.000 kWh Jahresverbrauch. Beispiel: Bei 4.000 kWh Verbrauch und 8 kWp deckt die Anlage ohne Speicher rund 35–40 % des Bedarfs, mit 5 kWh Speicher rund 65–70 %. Mit Wärmepumpe oder E-Auto darf der Speicher größer sein. Probieren Sie im Rechner beide Varianten aus.
Einspeisevergütung 2026 und die geplante EEG-Reform
Für Anlagen, die zwischen dem 1. August und dem 31. Dezember 2026 in Betrieb gehen, zahlt der Netzbetreiber 20 Jahre lang 7,70 ct/kWh für den eingespeisten Überschuss (bis 10 kWp; bis 40 kWp 6,66 ct, bis 100 kWp 5,44 ct für den jeweiligen Anteil). Bei negativen Börsenpreisen gibt es für Neuanlagen keine Vergütung.
Der Regierungsentwurf zum EEG 2027 sieht vor, die feste Vergütung für Neuanlagen ab 2027 zu streichen; beschlossen ist das am 12. Oktober 2026 noch nicht. Der Rechner verwendet die heute gültigen Sätze. Geht Ihre Anlage erst 2027 ans Netz, kann der Erlös für eingespeisten Strom geringer ausfallen – umso wichtiger ist ein hoher Eigenverbrauch.
Was der Rechner nicht weiß
Das Ergebnis ist eine unverbindliche Schätzung mit Preisspanne. Verschattung, Statik, Zustand von Dach und Zählerschrank, Netzanschluss und Ihr tatsächliches Lastprofil prüfen wir erst bei der Besichtigung. Der Strombedarf einer Wärmepumpe fällt überwiegend im Winter an, wenn die Anlage wenig erzeugt – der Eigenverbrauch kann dann niedriger liegen als geschätzt.
Quellen (Stand Oktober 2026)
- EU JRC: PVGIS 5.3
- HTW Berlin: Unabhängigkeitsrechner
- Verbraucherzentrale NRW: Was kostet eine Photovoltaikanlage?
- Bundesnetzagentur: EEG-Fördersätze
- BDEW-Strompreisanalyse August 2026
- Fraunhofer ISE: Aktuelle Fakten zur Photovoltaik in Deutschland
- Umweltbundesamt: Emissionsbilanz erneuerbarer Energieträger 2024